www.innovativ-in.de - Montag, 15. März 2010


Mode in Bruchbuden:
Guerilla Stores sorgen für Furore

Die japanische Modedesignerin *Rei Kawakubo öffnet und schließt ihre Shops. Dahinter steht ein Konzept: Der Laden auf Zeit. Mit ihrem ungewöhnlichen Guerilla Stores sorgt das Mode-Label Comme des Garcons mittlerweile weltweit für Furore.

Öffnen und schließen
"Mode ist so unerträglich hässlich, dass wir sie alle halbe Jahre ändern müssen", sagte schon Oscar Wilde. Nach diesem Grundsatz verfährt die Avantgarde Marke Comme des Garcons und ändert die Adresse ständig. Egal, ob die Umsätze gut oder schlecht sind - der Shop wird nach einem Jahr geschlossen.

Berliner Store: Wieder geschlossen!
 
Zuschlagen und verschwinden
Statt exklusivem Ambiente a la Gucci oder Armani, setzt das japanische Modelabel auf unkonventionelle Loactions. In Berlin wurde kurzerhand ein alter Bücherladen leer geräumt und gelb gestrichen.





Kosten für die „Renovierung“: 3000 Euro. Nach der Guerilla-Taktik „Zuschlagen und verschwinden“, werden demnächst Stores in Singapur, Helsinki und Stockholm eröffnet.

Zukunftsfähiges Konzept
Zwar könnte sich Comme des Garcons mit einem Jahresumsatz von etwa 150 Millionen Dollar auch exklusive Shops leisten, aber „Mode muss wieder authentisch werden“, sagt die 60-jährige Rei Kawakubo. Die Guerilla Stores finden inzwischen viele Nachahmer – und wird im Wirtschaftsmagazin Impulse mit der Überschrift: „Profit in Bruchbuden“ als zukunftsfähiges Konzept mit zweistelligen Umsatzzuwächsen gepriesen.

Designerin Rei Kawakubo



Die japanische Designerin Rei Kawakubo ist das Gesicht hinter dem Fashion-Label „Comme des Garçons“.






Geschockt!
Zunächst entwarf Kawakubo ausschließlich Damenmode, im Jahr 1978 brachte sie ihre erste Männerkollektion auf den Markt. 1981 präsentierte die Japanerin erstmalig ihre Kreationen im Westen, nämlich in Paris. Publikum und Presse zeigten sich geschockt. Ihre Entwürfe entsprachen so gar nicht den Konventionen. Da sie vorwiegend dunkle Farben - hauptsächlich Schwarz – verwendet hatte, eine Farbe die zum damaligen Zeitpunkt überhaupt nicht angesagt war, nannte die Fashionwelt Kawakubos Stil „Hiroshima Chic“.

Ausbrechen!
Die Kleider der Japanerin sind tatsächlich ungewöhnlich: mit ihren Designs hebelt sie jegliche Regeln der Schneiderkunst aus. Alles scheint auf den Kopf gestellt. Taschen sind auf Jacken, Hosen oder Röcken verkehrt herum angebracht, Innenfutter von Mänteln oder Blazern wird nach außen getragen und Ärmel sind grundsätzlich viel zu lang - nur um ein paar Beispiele zu nennen.



www.guerilla-store.com


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