Patentiertes Produkt
Lichttechnisches Gewebe mit verblüffenden 3D-Effekten
Mit einem lichttechnischen Spezialgewebe sorgt ein Textilunternehmen aus Baden-Württemberg bei Architekten, Designern und Dekorateuren im wahrsten Wortsinne für Erleuchtung.

Sieht futuristisch aus und täuscht räumliche Tiefe vor: LED-hinterleuchte Textilinnovation aus Ettlingen
Die Neuheit ETTLIN lux® (www.lichtstrukturen.de), mit der sich stimmungsvolle, dreidimensionale und damit räumlich tiefe Lichtstrukturen erzeugen lassen, entstand aus einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) Denkendorf und der benachbarten ETTLIN AG aus Ettlingen. Das international patentierte 3D-Effektmaterial ist Ergebnis einer vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) geförderten Forschungskooperation. Mit der Innovation begründete der Hersteller zugleich einen neuen Geschäftsbereich mit bereits zehn Mitarbeitern. Das Forschungskuratorium Textil (FKT), Dachorganisation 16 deutscher Textilinstitute, würdigte den nur zwei Jahre dauernden Überleitungsprozess wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Industrie als „beispielhaft“.
Potenzial für Elektroautos
Die Lichteffekte sind das Ergebnis des Wechselspiels zwischen Textil und rückseitig angeordneter LEDs. Zum inzwischen mit dem Innovationspreis des Landes ausgezeichneten Hightech-Produkt steuerte das ITV langjährige Erfahrungen mit der Hinterleuchtung von Textilien bei. Für Textilforscher Christoph Riethmüller, der das ZIM-Projekt betreut, hätte Leuchtgewebe mit Blick auf Energieoptimierungen unter anderem auch Potenzial für den Einsatz in Elektroautos.
Möglichkeiten der Lichtgestaltung
Das Magic-Gewebe ist frei verformbar und bietet Möbel- und Messebauern, Bühnenbildnern, sowie Innendekorateuren vollkommen neue Möglichkeiten, mit Licht zu gestalten. Die im Material entstehenden bogenförmigen Lichtlinien in den Farben des jeweiligen Stimulanzlichts werden zu scheinbar dreidimensionalen Körpern geformt und breiten sich in die Tiefe des Raumes hinter dem Gewebe aus. Zudem verändern sich diese Lichtstrukturen dynamisch mit dem Betrachtungswinkel. Auf diese Weise können Verkaufs-, Bar- oder Rezeptionsbereiche optisch ansprechend gestaltet werden und erscheinen größer. Besonders interessant sind auch Anwendungen in Wellness- und Saunaanlagen oder im Eventbereich.
Neue Märkte
Als innovativer Beitrag zur Lichtarchitektur gilt auch die jüngste Entwicklung – das „Smart Glas I“, ein bis zu 2 x 3 Meter großes Effektverbundglas als Massenprodukt für den Einsatz in Glaswänden und Fassaden. „Wir versuchen, die textilen Lichteffekte mit immer neuen Materialien zu verbinden und damit neue Märkte anzusprechen“, sagt ETTLIN-Vorstand
Dr.-Ing. Oliver Maetschke. Er prognostiziert für den neuen Geschäftsbereich einen Umsatz von mehreren Millionen Euro jährlich.
Aus Sicht des Forschungskuratoriums Textil ist der vergleichsweise schnelle Forschungstransfer beispielgebend. „In der Regel dauert es mindestens vier, fünf Jahre bis zum neuen Produkt; selbst zehn und mehr sind keine Seltenheit“, weiß FKT-Chef Dr. Klaus Jansen. Genau das aber sei das Problem in Deutschland: „Wissenschaftliche Lösungen aus den Instituten – selbst jene im Auftrag der Industrie – brauchen oft noch viel zu viel Zeit bis zum innovativen Produkt oder Verfahren.“
(Redaktion)
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