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04.07.2011  19:39 Uhr

Social Media Marketing
Facebook für Unternehmen: PR und Marketing im Wandel

Innovative Unternehmen wie Starbucks oder Nike, Vapiano oder Zalando sind längst dabei. Seit kurzem haben auch die ersten Fans des Business-Club innovativ.in den „gefällt mir" Button geklickt. Elita Wiegand hat den Experten Rainer Prüm von der Agentur pruemConcept interviewt, um von ihm Hintergründe über Social Media Marketing zu erfahren.

Was verändert sich durch Social Media in der Unternehmenskommunikation?

Rainer Prüm: Früher haben Unternehmen ihre Kommunikation auf Public Relations aufgebaut, um damit ihr Image zu verbessern. Das hat sich über die sozialen Netzwerke gravierend verändert. Die Öffentlichkeitsarbeit über Social Media wie Twitter, XING, youtube oder Facebook wird immer wichtiger, weil Firmen viel direkter und schneller ihre Produkte und Dienstleistungen publizieren und mehr über die Bedürfnisse der Kunden erfahren. Hier im Saarland ist die Weltmarke Villeroy & Boch ansässig und deren CEO Frank Göring hat vor kurzem gesagt, dass die sozialen Medien für die Unternehmen ein absolutes „must have“ sind, denn sie bieten eine völlig neue Plattform, um sich mit Kunden auszutauschen. Auch der Prokurist der Karlsberg Holding Christian Weber sieht in den sozialen Netzwerken einen wichtigen Baustein in der Unternehmenskommunikation, vor allem, wenn sie mit echtem Leben gefüllt werden, damit auch ein tatsächlicher Dialog mit den Kunden stattfindet.

Was müssen Unternehmen beachten, wenn sie Social Media als Teil der Unternehmenskommunikation einsetzen?

Rainer Prüm: Für den Dialog mit den Kunden ist Authentizität entscheidend. Eigen-PR auf eine plumpe Art kommt nicht an. Es geht vielmehr um den ehrlichen Dialog mit dem Kunden und noch einen Schritt weiter: Die Unternehmen müssen lernen, die Fans zu einer Community zusammenzuschweißen. Fans, die die Produkte und Angebote gekauft haben und freiwillig bereit sind, in ihren Netzwerken darüber zu reden und Mundpropaganda für das Unternehmen verbreiten, ohne dass man sie dafür explizit auffordert oder bezahlt. 

Welche Ziele verfolgen Unternehmen, wenn sie bei Facebook eine Fanpage eröffnen?

Rainer Prüm: Man muss bedenken, dass es allein in Deutschland über 20 Millionen Facebook Nutzer gibt und weltweit sind es 800 Millionen. Diese Zahlen belegen, dass Unternehmen den Bekanntheitsgrad enorm erhöhen und ein positives Markenimage herstellen können. Wenn man die Facebook Social Media Plattform nutzt, steigert jedes Unternehmen auch die Anzahl der Besucher auf der eigentlichen Website. Über Facebook kann man den viralen Marketingeffekt nutzen. Jeder durchschnittliche Facebook Nutzer hat 130 „Freunde“ und wenn es mir gelingt, seine Freunde zu meinen Freunden zu machen, erscheint meine Information automatisch bei 130 weiteren Nutzern. Das ist ein positiver Schneeball-Effekt.

Rainer Prüm hat für den Business-Club die Fanpage umgesetzt, Copyright: Elita Wiegand
Rainer Prüm hat für den Business-Club die Fanpage umgesetzt

Wie sieht die konkrete Umsetzung einer Facebook Fanpage für ein Unternehmen aus?

Rainer Prüm: Wenn ein Unternehmen eine Fanpage einrichtet, ist es zunächst wichtig, über den „gefällt mir" Button Freunde für die Fanpage zu gewinnen. Damit sind sie automatisch Freunde meines Unternehmens, meiner Produkte, meiner Dienstleistungen oder meiner Marke. Auf der Fanpage kann ich Nachrichten verbreiten, Neuigkeiten publizieren, Produktfotos publizieren, Videos online stellen, Umfragen machen oder ein Diskussionsform eröffnen. Firmen müssen sich darüber bewusst sein, dass die Pflege einer Fanpage viel Arbeit bedeutet. Eine kontinuierliche Investition von Zeit ist unabdingbar. Es bringt nichts, wenn man nur ab und zu eine Statusmeldung postet, sondern man muss permanent im Gespräch sein. Und es ist Chefsache. Das heißt, man kann die Aktivitäten nicht einfach delegieren, sondern man muss sich selbst darum kümmern. Den Dialog auf Augenhöhe mit Kunden müssen viele Chefs noch lernen. Unternehmen sollten auch darauf vorbereitet sein, dass unbequeme Fragen auftauchen und wer nicht bereit ist, sich der Kritik zu stellen, sollte von Anfang an seine Einstellung zu Social Media Aktivitäten überdenken oder sogar darauf verzichten.

Nun haben Sie für den Business-Club innovativ-in.de eine professionelle Fanpage gestaltet. Was dürfen wir erwarten?

Rainer Prüm: Mein Ziel (und damit spreche ich sicherlich auch für die Partner des Business-Clubs) ist es, das Interesse an dem Business-Club zu steigern und über spannende Themen und über Informationen der Partnerfirmen die Mitglieder stärker zu vernetzen und eine starke Community aufzubauen. Sie haben in ihrem Blog-Beitrag von Magie gesprochen. Das kann man erreichen, wenn wir viele Fans gewinnen, (bitte den „gefällt mir Button“ für den Business-Club klicken). In der Community des Business-Clubs können wir die Kompetenz der Experten darstellen, eine Plattform für innovative und nachhaltige Unternehmen schaffen, Querdenkern einen Raum geben. Der Vorteil: Über die Social Media Aktivitäten zieht man mehr Gleichgesinnte an, es werden mehr Unternehmen Mitglieder im Business-Club und die Social Media Bekanntheit zahlt sich letztlich für alle in barer Münze aus.

Sie sind Experte für Social Media Marketing und haben sich auf Facebook Fanpages mit Ihrer Agentur pruemConcept spezialisiert. Was ist das Besondere daran?

Rainer Prüm: Nun, jeder kann sich heute eine Facebook-Fanpage einrichten. Doch reicht das auch für kommerzielle Unternehmen? Ich finde nein! Denn wenn es darum geht, optisch zu begeistern und möglichst viele „Fans“ zu bekommen, die aktiv auf der Fanpage kommunizieren, sollte man seine Facebook-Seiten speziell optimieren und professioneller gestalten. Diese Leistungen übernimmt prümConcept für Unternehmen.

Dazu entwickele ich Ideen und schlage dem Unternehmen entsprechende Gestaltungs- und Vorgehensweisen für die neue Firmenfanpage vor. Daraus erstelle ich dann in entsprechendes Konzept und arbeite anschließend mit spezialisierten Partnern wie zum Beispiel Codesso an der Umsetzung und Programmierung.

Meine Agentur pruemConcept  hat dazu optimierte Fanpages mit iFrame basierten und ausbaufähigen Unterseiten und programmierten Anwendungen mit unterstützender Bannerkampagnen im Angebot. Dazu gehören zum Beispiel zahlreiche Features wie eigene "Reiter" / "Tabs", angebundene Formulare, aussagekräftige Profilbilder, integrierte Werbebanner, Menünavigationen, Couponing-Aktionen oder Flash-Integrationen. Auch lässt sich eine Landingpage mit call-to-action Elementen einrichten. Hier könnte beispielsweise ein Gutschein oder ein Freebie zum Download angeboten werden.

Wie sieht das Layout aus?

Rainer Prüm: Das Unternehmen kann wesentliche Inhalte seiner Webseite in die neue Facebook-Seite integrieren. Das Layout kann sich auf der Facebookseite widerspiegeln, das entsprechende Logo und verschiedene Beiträge oder Texte, die bereits auf der Firmenwebseite veröffentlicht wurden, werden eingebunden und erscheinen dann bei Facebook im Verhältnis 1:1. Stichwort “Web im Web“. Damit erhöht sich deutlich der visuelle Wiederkennungswert, weil das Unternehmen das entsprechende Corporate Design übernimmt. Die speziell optimierten Fanpages erhöhen auch deutlich die Klickzahlen, weil zum Beispiel durch einen speziellen Willkommens-Reiter mit der dazugehörigen „Willkommens-Unterseite“ diese nun als erstes erscheint, wenn man auf die entsprechende Facebookseite geht und nicht, wie sonst üblich, zuerst die Pinnwand.

Unternehmen können zudem mit weiteren programmierten Unterseiten ihr Angebot mit Coupons, Promotionen, Wettbewerben, Gewinnspielen oder Aktionen sehr viel attraktiver gestalten oder sogar auch ganz gezielte exklusive Facebook-Fanangebote bewerben, die es nur für „Facebook-Freunde“ gibt.

Welche weiteren Unterschiede gibt es?

Rainer Prüm: Der große Unterschied zu einer einfachen Standard-Fanseite: Unternehmen wecken mehr Aufmerksamkeit und gewinnen dadurch auch neue Kunden und Fans. Und: Fans werden freiwillig Fans. Dadurch wird sehr genau die eigene Zielgruppe erreicht. Über die Kontakte der Facebookbenutzer untereinander sehen die Freunde und andere Facebook-Mitglieder, wer sich einer bestimmten Fanpage anschließt und haben damit selbst die Möglichkeit, Fan zu werden.

Wie bewerten die Suchmaschinen die Facebook Fanpages? 

Rainer Prüm: Im direkten Dialog mit der Zielgruppe lässt sich Vertrauen aufbauen und wichtig dabei ist auch, dass Social Links zunehmend in die Bewertung von Suchmaschinen einbezogen werden. Wodurch sich Facebook-Links positiv auf das SEO auswirken und damit auch der Traffic auf der eigentlichen Unternehmenswebseite erhöht wird. Darüber hinaus bietet Facebook verschiedene Tracking- und Analysetools, womit der Erfolg der Fanpage zu messen ist. Man sollte natürlich auch auf externen Seiten einbinden, vor allem die Like-Box auf der eigenen Webseite. Facebook mit Twitter verbinden und den eigenen Blog auf Facebook integrieren.

Immer beachten: Social Media Marketing ist kein sozialer Dienst an der Gesellschaft, sondern soll das eigene Business beleben und letztendlich die Verkäufe ankurbeln. Hierbei ist jedoch „Geduld“ die Mutter der Porzellankiste. Nicht versuchen, zu viel zu schnell zu machen. Überlassen Sie daher Social Media Marketing einem natürlichen, aber konsequenten Verlauf und natürlich pruemConcept. Letztendlich geht es um den gezielten Wandel von passiven Käufern hin zu aktiven Mitgestaltern und Empfehlungsgebern.


 

(Elita Wiegand)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Rainer Prüm
Bild Nr. 2 © Elita Wiegand
Bild Nr. 3 © Facebook

 

 


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1 Kommentar »

28.01.12 12:59 Uhr
tim
robot gesperrt
Links die in Facebook auf eine Site www.domain.de
gehen können von Robots nicht gelesen werden, da die Inhalte von Facerbook fast alle für Robots gesperrt sind.

Ich glaub hier wurden verschiedene Themen durcheinander geworfen bei der Antwort zur letzten Frage.
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